Archiv für den Monat April 2013

Massenentlassungen bei FUJITSU FTS betreffen fast 20 Prozent der Arbeitsplätze in Deutschland

Ende April 2013 informieren uns die beiden Vorsitzenden des Gesamtbetriebsrat Lothar Kuhn und Paul Riegg (durch die örtlichen Betriebsräte) über den aktuellen Stand der Verhandlungen zu JUPITER.

Wir erfahren folgendes:

  • die Firmenleitung drängt auf die schnelle Umsetzung der Maßnahmen des JUPITER Programms und der neue Sozialplan soll schnell abgeschlossen werden
  • insgesamt stehen für Personalabbau und notwendige neue Infrastruktur nur 170 Mio. Euro zur Verfügung
  • in Deutschland sollen 964 Mitarbeiter abgebaut werden (von insges. 5295 Mitarbeitern = 18% der Belegschaft) und der bereits vorhandene Sozialplan von 2012 reicht dafür nicht aus (weil er zu teuer wäre für FUJITSU)
  • der Personalabbau soll über Altersteilzeit, eine Beschäftigungs- und Qualifizierungs- Gesellschaft BQG und Aufhebungsverträge erfolgen; falls notwendig, sind auch betriebsbedingte Kündigungen nicht ausgeschlossen
  • bei Altersteilzeit muss die aktive Phase bis 31.12.2015 beendet sein
  • die Laufzeit der BQG ist gesetzlich auf 12 Monate begrenzt und hat als Ziel, auf den ersten Arbeitsmarkt zu vermitteln. Laut eigener Informationen meint der GBR zu wissen, dass solche BQGs z.T. hohe Vermittlungsquoten haben.

Arbeitgeber droht mit Schließung mehrerer Betriebe und erheblich höherem Personalabbau

Der Gesamtbetriebsrat schreibt weiter:

„Unter diesen äußerst schwierigen Rahmenbedingungen ist dennoch eine erfolgreiche Weiterverhandlung dieses Interessenausgleichs zwingend notwendig, um weitaus schlimmere Maßnahmen zu vermeiden. Ohne diesen Interessenausgleich sind die angekündigten Maßnahmen alle hinfällig und weitergehende Einschnitte sind sicher. Zur Verdeutlichung ein Zitat vom Verhandlungsleiter auf der Arbeitgeberseite, Heribert Göggerle:
„Aus Sicht des Unternehmens bedeutet ein Scheitern der derzeitigen Verhandlungen, dass die vorgestellten Maßnahmen hinfällig sind und die notwendigen Restrukturierungen wesentlich einschneidender ausfallen müssen. Dies bedeutet die Schließung mehrerer Betriebe sowie eine erhebliche Erhöhung des Personalabbaus.““

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