Archiv für den Monat September 2013

Desastrous wrong Jupiter decision

schreibt bereits im Juni 2013 ein Kollege aus der Entwicklung in unserer Red Line:

Änderung 13.10.13:

Auf Wunsch des Autors des englischen Textes in der firmeninternen Red Line wurde der Text aus dem Blog entfernt.
Es folgt eine sinngemäße Übersetzung mit eigenen Worten:

Der Verfasser schreibt an unseren jetzigen CEO Rod Vawdrey, er hoffe das dieser eine falsche Entscheidung erkenne und noch korrigiert, solange es nicht zu spät ist.

Er berichtet, dass er seit über 20 Jahren in der Entwicklungsabteilung arbeitet. Es wird dort eine Mangaged File Transfer Lösung namens openFT entwickelt, die seit Jahren profitabel ist und für FUJITSU auch heute noch gutes Geld einbringt, auch außerhalb des traditionellen BS2000. Er schreibt, openFT läuft auf vielen verschiedenen Plattformen (alle Windows-Versionen , Solaris , Linux , HP- Unix , IBM – Unix , z / Linux auf IBM Mainframes, BS2000 -Mainframes , IBM z / OS Mainframes ), hat einen großen Funktionsumfang und erweiterte Sicherheitsfunktionen. Gerade die Verfügbarkeit von openFT auf diesen vielen verschiedenen Betriebssystemen prädestiniert openFT dazu, als globale Lösung von FUJITSU vermarktet zu werden.

Er schreibt weiter, openFT sei mehrsprachig und könne leicht für weitere Sprachen erweitert werden, außerdem sei es für die Cloud geeignet. Der Verfasser und seine Kollegen setzten große Erwartungen in Fujitsu und seine Internationale Business Group, dass openFT nun auch weltweit vermarktet würde. Doch nichts passierte. Aber auch ohne diese Hilfe seitens FUJITSU wird openFT bereits viele, viele tausend mal eingesetzt ( 100000 ) von Kunden ( Kraftfahrbundesamt , deutsche Rente , Brauchtum, Siemens , Fujitsu, NSN , Englisch Polizei ( PNC) , etc., etc. ) auf der ganzen Welt in business- kritischen Bereichen und Drittfirmen haben openFT in eigenen Lösungen integriert. Als Beispiel wird die gesamte Zollabfertigung in Deutschland genannt, die mit Hilfe von openFT erfolgt.

Aber anstatt ein erfolgreiches und nachhaltiges Produkt wie openFT zu stärken und in weiteren Lösungen (Solutions) einzubauen, um es im neuen Focus „Solutions und Services“ von FUJITSU einzusetzen, wurden der Verfasser und seine Kollegen informiert, dass die komplette zukünftige openFT Entwicklung und Qualitätssicherung (!) ausgelagert werden soll in ein indisches Unternehmen, das weder irgendeine Ahnung von openFT noch von BS2000 hat. Diese Entscheidung gegen openFT hält der Verfasser für irrational und ökonomisch nicht zu rechtfertigen!

Der Verfasser schreibt, gerade wegen der vielen anderen Betriebssysteme die openFT neben BS2000 unterstützt, ist openFT für eine neue Zukunft mit dem Schwerpunkt auf Dienstleistungen und Lösungen prädestiniert.
Die Komplexität von openFT insbesondere im Mainframe- Sektor mit seinen komplizierten Charakter Code-Konvertierungen wird als Problem enorm unterschätzt und es wird Jahre dauern , bevor das Unternehmen in Indien auch nur annähernd die Produkt -Qualität und -Unterstützung liefern kann, die wir jetzt bereits haben. Bis dahin aber werden die Kunden weglaufen und die profitable Lösung openFT ist tot. Ist das, was Fujitsu will?

Der Verfasser bittet Rod Vawdrey daher, sich dieses Problems anzunehmen und diese falsche katastrophale Offshoring Entscheidung rückgängig zu machen.

Ende der Änderungen vom 13.10.13

Dieser Meinung des Kollegen stimmen in der Red Line sehr viele Kolleginnen und Kollegen zu.

Einige veröffentlichen ihre Meinung auch als Kommentar in der Red Line:

True words 

Hello xyz, 

I just wanted to thank you for your frankly comment. Good to see that someone
has the guts to say that something is going terribly wrong. 

Regards, 
Dominik xyz
Business justification 

It's hard to believe for me that there is a business justification for this outsourcing
action. The needed expertise is very special because of the broad operating system
platform support and there is no way to buy this expertise in the market. 

Even if the developers hour will be much cheaper as in Germany, the know how
ramp up will, because of the untypically mainframe-to-PC expertise, eat up the
 benefit for a umber of years. In addition:  market experience show that a product
destabilization will  take place – the new developers will make failures in
maintenance scenarios which will lead to significant financial losses. 

I suggest that a business justification, which takes these facts into account, should
be made. 

Regards 
Christoph xyz (SW-Architect Storage)
agreed 

Although i understand the need to cut costs, i cannot understand the rationale
behind this particular decision. For many years i have received superlative support
from Germany on OpenFT on behalf of my customers and i fear this high
standard will be impossible to maintain if the product support and development is
offshored. OpenFT is a key product that is highly valued for our customers and
sets it apart from other products in the market and other freeware and non
-supported products.

Peter xyz
right 

I fear this destabilization of openFT will be a sign for BS2000 customers and also
potential solution and service customers that FTS quality is decreasing. And the
unexpected speed of that decision is a bad sign for somework who works here or
might think of starting to work here. 

Martina xyz
New Fujitsu Way? 

Up till now it was a pleasure for me to do projects with the products of the
openSEAS suite ( whereof openFT is part ) at customer side. 
The quality of the products was excellent, the support of the collegues was
excellent, the customer was satisfied – and placed new orders with Fujitsu. 
Can it really be the new Fujitsu Way because of however calculated short-term
costcuttings to risk long-term to lose customers ? 

Rita xyz
Time for building up knowhow 

I would like to confirm from my previous mainframe experience that the time to
build up the needed know is rather years than months. So this is definitely an
issue to be addressed. Of course I assume that the vivid business with openFT is
intended to be continued, and there is no  hidden agenda behind the decision.

Bernhard xyz

Da fragt sich die Belegschaft:

Warum antwortet unser CEO Rod Vawdrey nicht?

Wir erinnern uns: 2011 hat unser ehemaliger CEO Rolf Schwirz die Red Line als „your direct line to the CEO“ eingeführt.

Noch im Januar 2013 hat unser neuer CEO Rod Vawdrey uns in einer E-Mail berichtet, er möchte die Red Line als direkten Kontakt zu uns weiter betreiben. Nach 2-3 Antworten von ihm in der Red Line hat er bereits im Frühjahr diesen Kontakt wieder eingestellt, und leider auch auf diesen Beitrag unseres Kollegen nicht geantwortet. Schade.

Über die Gründe können wir nur spekulieren:

  • Liegt es an den Visionen, die uns Rod Vawdrey in schlecht verständlichem Englisch (den Inhalt verstehen auch viele nicht) im Intranet durch Webcasts vorträgt? Geben die ihm keine Zeit zu antworten?
  • Ist das der gelebte FUJITSU Way, im Gegensatz zur Theorie? Diese Theorie zum ethischen und verantwortungsvollen Handeln in der Firma FUJITSU wird uns in den Dokumenten „FUJITSU Way“ und den „Global Business Standards“ vorgestellt. In mehreren WBTs (Web Based Training) muss die Belegschaft durch Tests nachweisen, dass sie den Inhalt der beiden Schriften auch verstanden hat.

Warum werden wir nicht umfassend über das Offshoring bei FUJITSU informiert?

Warum werden wir von FUJITSU und den Betriebsräten nicht umfassend über das bereits erfolgte und noch geplante Offshoring von Tätigkeiten in Niedriglohnländer informiert?

Der Betriebsrat muss laut BetrVG umfassend vom Arbeitgeber informiert werden, warum gibt er sein Wissen nicht weiter?

Stattdessen erfährt die Belegschaft nur punktuell durch Betroffene, wie hier zum Beispiel in der Red Line, was wirklich bei FUJITSU passiert. Oder wir erfahren das durch persönliche Kontakte oder Berichte in der Presse.

Was sagt die Gewerkschaft IGM zu dem Offshoring von Tätigkeiten in Niedriglohnländer bei FUJITSU?

Die IGM versucht anscheinend noch Profit zu schlagen aus JUPITER. In diesem Blog steht z.B.:

„Die IG Metall „feiert“ es schon als Erfolg, dass eine Betriebsschließung
des Standortes Paderborn verhindert werden konnte und wirbt in der
aktuellen Situation darum, dass sich doch alle Mitarbeiter schnell für eine
Mitgliedschaft entscheiden sollten, damit in mehreren Jahren vielleicht
„wieder“ eine Betriebsschließung verhindert werden kann. Ob tatsächlich
eine Betriebsschließung drohte, darf aber nach den Investitionen der
letzten Jahren bezweifelt werden. Für die jetzt betroffenen 145 Mitarbeiter
klingt das Werben um die Mitgliedschaft wie Hohn, wenn man sich
vorstellt, dass sie bald auf der Straße stehen.“

Direkte Protestaktionen der IGM gegen Entlassungen und Offshoring bei FUJITSU sind uns nicht bekannt.

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„Die erreichten Abbau Zahlen liegen in Summe im Rahmen der Erwartungen des GBR“

Mit dieser Aussage (verteilt über die örtlichen Betriebsräte, mit der Überschrift: Jupiter) meint der Gesamtbetriebsrat Ende August seiner Informationspflicht gegenüber der Belegschaft nachzukommen.

„Die Annahmefrist für einige Verträge läuft noch bis Ende August.“ erfährt die Belegschaft auch noch.
Der Arbeitgeber durfte selbst ausgesuchten Arbeitnehmern bis 31.7.2013 einen Aufhebungsvertrag anbieten und die haben 4 Wochen Zeit zu entscheiden. Wirklich neu ist diese Information des GBR also nicht.

Da fragt sich die Belegschaft:

Wenn der Gesamtbetriebsrat die bisher erreichten Abbauzahlen kennt, warum teilt er die Zahlen der Belegschaft nicht mit?

Warum gibt er sich so geheimnisvoll und verrät nur, seine Erwartungen seien erfüllt?

Dieses Verhalten des Gesamtbetriebsrats erinnert an den Arzt im weißen Kittel, der seinem unmündigen Patienten die genaue Diagnose nicht erklären mag aber zu ihm sagt, er sei zufrieden.

Auch eine Ähnlichkeit mit dem Geheimrat („Der Geheimrat war folglich der vertraute – der ins Vertrauen gezogene – Ratgeber seines Herren.“) ist zu erkennen.

Sind die gewünschten Abbauzahlen des Arbeitgebers erreicht, oder müssen wir nun mit betriebsbedingten Kündigungen rechnen?

Hat der Arbeitgeber bereits entschieden, betriebsbedingte Kündigungen auszusprechen und den Betriebsrat bereits darüber informiert?

Die Belegschaft muss wohl weiter Geduld haben, bis der Arbeitgeber sich entscheidet, uns zu informieren.