Archiv für den Monat Januar 2014

Fujitsu Belegschaft misstraut Beendigung von Massenentlassungsprogramm JUPITER

Kurz vor Weihnachten informieren uns Jürgen Walter (Vorsitzender der Geschäftsführung FTS GmbH) und Enno Jackwerth (Arbeitsdirektor FTS GmbH) in einer E-Mail, dass der im Rahmen des Programms Jupiter beschlossene Personalabbau in Deutschland abgeschlossen sei. Sie betonen in ihrer E-Mail, dass der Personalabbau ausschließlich durch einvernehmliche Vertragsbeendigungen erfolgte und deshalb auf betriebsbedingte Beendigungskündigungen verzichtet werden konnte.

Wenig später informiert uns auch der Gesamtbetriebsrat (durch die örtlichen Betriebsräte) über die bereits erfolgte Mitarbeiterinformation des Unternehmens.
Zu dem angekündigten Verzicht von Fujitsu auf betriebsbedingte Kündigungen schreibt der Gesamtbetriebsrat:

„Damit wurde jetzt endlich der zentralen Forderung des GBR im Rahmen von Jupiter entsprochen,
die der GBR während des gesamten Jupiter-Prozesses nachdrücklich vertreten hat.“

Da fragt sich die Belegschaft von Fujitsu:

  • Wann gibt es einen 3. Nachtrag zum JUPITER Sozialplan, in dem das Ende des Programms Jupiter rechtsverbindlich festgehalten wird?
  • Wie viele MitarbeiterInnen wurden in der „2. Runde“ von Fujitsu erneut drangsaliert ihren Arbeitsplatz aufzugeben?
    Wie viele haben daraufhin das Angebot angenommen?
    Gab es weitere „Freiwillige“?
    Nur mit Kenntnis dieser Zahlen ist der Verzicht von Fujitsu auf betriebsbedingte Kündigungen und der angebliche Forderungserfolg des Betriebsrats von der Belegschaft bewertbar!
  • Wann werden wir endlich über den Inhalt des 1. Nachtrag zum JUPITER Sozialplan informiert?
    Warum schließt der Betriebsrat Geheimvereinbarungen mit Fujitsu?
  • Warum kommt unser Betriebsrat weiterhin nicht seiner Informationspflicht gegenüber der Belegschaft nach?
    Offensichtlich reicht es nur zu Statements beim Betriebsrat; dass wir eine Mitarbeiterinformation von dem Unternehmen erhalten haben wussten wir selber.

Die Belegschaft von Fujitsu stellt fest:

  • Die Behauptung von Fujitsu, dass „der Personalabbau ausschließlich durch einvernehmliche Vertragsbeendigungen erfolgte“ ist ein Euphemismus.
    Die Auswahl der betroffenen Mitarbeiter erfolgte allein durch Fujitsu nach den wirtschaftlichen Interessen der Firma, es gab keine Sozialauswahl.
    Die betroffenen Mitarbeiter wurden mit betriebsbedingter Kündigung bedroht, falls sie nicht „einvernehmlich“ der Vertragsbeendigung zustimmen.
    Wir würden das als „Nötigung“ oder auch „Erpressung“ bezeichnen!
  • Der Betriebsrat von Fujitsu widerspricht dem Euphemismus der „ausschließlich einvernehmlichen Vertragsbeendigungen“ nicht, sieht dass sogar als sein Erfolg!
  • Der Betriebsrat von Fujitsu gibt sich mit der Illusion zufrieden, dass seine „zentralen Forderungen“ angeblich durch Fujitsu erfüllt wurden.
  • Die örtlichen Betriebsräte sehen sich als Sprachrohr des Gesamtbetriebsrats und geben ihre Verantwortung gegenüber ihren Wählern ab.

Die Belegschaft von Fujitsu befürchtet:

  • In Zukunft erfolgen weiter Scheinverhandlungen mit dem Arbeitgeber, in denen Arbeitnehmerrechte verraten und Firmeninteressen durchgesetzt werden.
  • Der Betriebsrat setzt auf Appelle und Forderungen weil zu mehr deren Mut nicht reicht.