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Plant Fujitsu Massenabgruppierungen von Tarifangestellten?

Nach einer gehaltsneutralen Einführung des neuen Tarifsystems ERA bei Fujitsu vor 3 Jahren sind jetzt anscheinend massive Lohnkürzungen durch Massenabgruppierungen geplant.

Am 1.2.2013 wurde leider auch bei Fujitsu ERA eingeführt, dass Schreckgespenst aller Angestellten. Stolz verkündeten damals die Betriebsräte von Fujitsu, dass niemand durch ERA ein geringeres Gehalt bekommt, auch weil sie eine Regelüberleitung der Beschäftigten beim Arbeitgeber durchgesetzt haben. Regelüberleitung bedeutet, dass die Beschäftigten nicht entsprechend ihrer Tätigkeit in ERA neu eingruppiert werden, sondern entsprechend ihrer bisherigen Tarifgruppe ohne weitere Einzelbetrachtung.

Überrascht rieben sich dann Anfang 2015 auch viele Betriebsräte die Augen, als Arbeitsdirektor Enno Jackwerth eine Überprüfung der bestehenden ERA-Eingruppierungen aller Tarifangestellten verkündete und Gerechtigkeitsgründe für diese geplante Maßnahme angab. Alle Tarifangestellten sollen nun doch nachträglich entsprechend ihrer Tätigkeit neu eingruppiert werden.

Seit dem laufen Geheimverhandlungen zwischen Fujitsu und dem Betriebsrat. Was genau verhandelt wird und was die Forderungen und Pläne des Arbeitgebers sind, erfahren die Beschäftigten nicht, der Betriebsrat schweigt wie üblich, kommt seiner Informationspflicht gegenüber den Beschäftigten nicht nach. Viele Beschäftigte befürchten große Gehaltseinbußen, von geplantem ERA-Betrug und Lohnraub ist die Rede.

Nach Gehaltseinbußen durch neue ERA-Leistungsbeurteilungen sollen nun also weitere Gehaltseinbußen durch neue ERA-Eingruppierungen erfolgen.

Beschäftigte von Fujitsu können im
Forum von NetzwerkIt
über dieses Thema diskutieren und ihre Erfahrungen austauschen.

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Mirai: Kahlschlag bei der deutschen Belegschaft von Fujitsu?

Wir befürchten: ja!

Erste Gerüchte in unserem Forum auf NetzwerkIt:

Ende September eröffnet ein Teilnehmer in unserem Forum auf NetzwerkIt einen neuen Thread mit der Frage:

Mirai – mit positivem Blick in die Zukunft – für wen?

Er schreibt:

„Seit einiger Zeit schwebt ein neues, schon wieder (Jupiter) nicht offen kommuniziertes, Projekt „Mirai“ durch das Unternehmen. Eine schöne neue Unternehmensstruktur wurde präsentiert. Was genau kommt auf uns zu?
Die Kommunikation ist wie auch schon bei Jupiter unter aller Sau! Deshalb würde ich hier gern einen neuen Thread aufmachen um den Flurfunk zu kanalisieren. Wer weis genaueres? Was wird tatsächlich geplant? Kommt wieder eine Entlassungswelle auf uns zu oder geht’s diesmal sogar einen Schritt weiter? Gerüchte deuten darauf hin…Und diesmal erhärten sie sich zunehmend. Also wer weis genaueres?“

Mitteilung von Duncan Tait und Lothar Kuhn an die Belegschaft:

Ein paar Tage später werden wir von Duncan Tait und unserem obersten Betriebsrat Lothar Kuhn darüber informiert, dass Management und europäischer Betriebsrat dem neu vorgeschlagenen Betriebsmodell in der Region EMEIA zugestimmt haben. Beide versichern ausdrücklich:

„Mirai ist kein Stellenabbauprogramm“!

Konkrete Gerüchte über Betriebsschließungen:

Leider berichten Teilnehmer in unserem Forum etwas anderes, sie befürchten:

  • „ein Jupiter 2 oder noch drastischer Standortschließungen bis hin zu Geschäftsauslagerungen“
  • „Es muss beim Hardware-Geschäft wohl mit dem Ausstieg gerechnet werden“ mit Vera Schneevoigt als verantwortliche Abwicklerin
  • das der Standort Paderborn dicht gemacht wird
  • Verkauf des Bereich PSO (Product Supply Operations)
  • „Versetzung aller MA nach Augsburg und Sömmerda und Schließung des Standortes Paderborn“
  • „In PDB verstärkt sich das Gerücht, dass am Standort zum 30.09.2016 das Licht ausgeht.“

Ein Teilnehmer wird ganz konkret, er schreibt:

Gerüchte und Anzeichen:

  • Für Manager gibt es schon eine Bewerbungsplattform, auf der sie sich bis zur Wirtschaftsausschusssitzung bewerben können. An dem Tag wird das Portal geschlossen.
  • Für Paderborner Projekte gibt es wohl kein Budget für das kommende Geschäftsjahr
  • Nur 1 Azubi und keine ATZ Verträge, wegen dem geplanten Programm.
  • ERA Abgruppierungen vieler Mitarbeiter und keine Aufgruppierungen von AZUBIs und „Altfällen“ wegen Abfindungen
  • Ersatz für Herrn Seick als „Abwickler“ des Standorts Paderborn
  • Ersatz aus Walldorf wegen ggf. Übernahme kleiner Unternehmensbereiche durch SAP
  • Fujitsu wird eine reine Servicegesellschaft mit Belieferung aus Japan (1. Schritt: Schließung bzw. Verlagerung nach Augsburg; 2. Schritt: Verlagerung der Produktion nach Asien)
  • Keine Entlassungen (nur Standortschließung) und Versetzung der MA in neue Stellen in der neuen Struktur durch MIRAI (aber ggf. an einem anderen Standort). Da werden viele nicht mitgehen.
  • Standortschließung als Umgehung von Abfindungen und Sozialplan/ -vertrag
  • Eindeutige Zeichen des BR und vieler führender MA auf ein „einschneidendes Ereignis“ am 19.10
  • Empfehlung und Erlaubnis zur Bewerbung aus Richtung „höherer Kreise“
  • Doppelarbeit in vielen Projekten zwischen Paderborn und Japan sowie Paderborn und Augsburg
  • Wenig Einbindung des Standortes Paderborn in manchen Projekten, bei denen eigentlich Paderborn eine „Hauptrolle“ spielt
  • Aktuell wenig Arbeit am Standort Paderborn
  • Wenig bis keine Motivation von Seiten der Führungskräfte
  • Versetzung aller MA nach Augsburg und Sömmerda und Schließung des Standortes Paderborn. Dieser ist allerdings noch lange gemietet. Alle nicht freiwillig „gegangenen“ MA werden dann doch in PB weiterbeschäftigt bis zum Mietende
  • Jupiter wurde jetzt abgeschlossen und das Fazit hat ergeben, dass es noch nicht gereicht hat

Frühere Drohungen mit Betriebsschließungen durch Fujitsu:

Uns kommen diese Gerüchte bekannt vor.

Bereits bei den Verhandlungen zu dem Massenentlassungsprogramm JUPITER 2013 drohte Fujitsu mit:

  • Stilllegung der Betriebe Paderborn und Sömmerda, Konzentration in Augsburg
  • Stilllegung von 4 der heute 7 Betrieben der Vertriebsstandorte
  • Einschränkung des Betriebs München auf HQ-Funktionen mit nur noch 100 Mitarbeitern
  • Zusätzlicher Abbau von 500 – 1000 Arbeitsplätzen als Folge der Stilllegung
  • weiterer Abbau von 500 Arbeitsplätzen wegen des weiterhin schlechten Geschäftsverlaufs
  • Verlagerung der Baugruppenfertigung aus ABG nach Ostasien

Was wird Mirai der Belegschaft von Fujitsu bringen?

Wir denken, nach der Betriebsversammlung in Paderborn am 19.10.2015 wissen wir mehr.

In eigener Sache:

Unserem Arbeitgeber FUJITSU und seinem Betriebsrat gefällt dieser Blog nicht. Mögliche Blogschließung:

Bereits Ende September 2013 hat der Betriebsratsvorsitzende aus Paderborn uns (vermutlich ohne Betriebsratsbeschluss) dreist aufgefordert, „seinen Foliensatz aus dem Internet zu entfernen“.

Vermutlich weil wir dieser Aufforderung nicht nachgekommen sind, hat sich jetzt auch FUJITSU selbst gemeldet. Unser Arbeitsdirektor Enno Jackwerth meint wichtige sachliche Gründe aufführen zu können, warum wir den Blog unter dieser URL schließen müssen. Auch die Verlinkung zu einigen Dokumenten (u.a. auch zu dem Foliensatz des BR-Vorsitzenden aus Paderborn) sollen wir entfernen.

Inhaltlich hat unser Arbeitsdirektor aber zu unserem Blog nichts zu beanstanden!

Die sachlichen Gründe wegen der URL können wir nicht nachvollziehen; falls FUJITSU aber mit diesen Gründen bei wordpress Erfolg haben sollte, könnte es sein, dass wordpress bis zur Klärung unseren Blog abschaltet.

Falls das passieren sollte: schaut bitte auf www.netzwerkit.de/projekte/fts nach, wir werden dort schnell eine neue Adresse für den Blog veröffentlichen!

Die Zugriffsmöglichkeit zu verschiedenen Dokumenten haben wir auf Netzwerkit entfernt, wir überlegen uns dazu noch etwas.

Wegen der Beschwerden von FUJITSU und seines Betriebsrats werden wir später noch in einem eigenen Beitrag ausführlich berichten!

private Nachrichten von euch an unseren Blog:

Wir erhalten immer wieder private Nachrichten, in denen Kollegen und Kolleginnen über Vorfälle in ihrem Betrieb berichten.

Zunächst mal Danke dafür!
Aber wir wissen nicht, ob und was wir davon veröffentlichen sollen und dürfen. Bitte schreibt in Zukunft auch etwas dazu.

Oder noch besser: schreibt keine „private Nachricht an den Author“ sondern antwortet direkt in dem dafür vorgesehenen Feld „öffentlichen Kommentar verfassen“ hinter jedem Beitrag ganz unten.

Ihr könnt auch einen eigenen Blogbeitrag veröffentlichen: entweder auf:
www.netzwerkit.de/projekte/fts/blog
oder ihr schickt uns den Beitrag als private Nachricht und wir stellen den Beitrag auf Anforderung von euch dann in diesen Blog hier.

Bitte beteiligt euch hier, nur durch Einbeziehung der Öffentlichkeit haben wir eine Chance, nicht weiter als „Human Resource“ bei FUJITSU behandelt zu werden sondern als Menschen.

Bedenkt bitte: Auch ihr selbst könntet durch das nächste Entlassungsprogramm betroffen sein, es wird nicht immer nur die anderen treffen!

Sogar unser CEO Rod Vawdrey ließt hier anscheinend mit, denn kurz nach Veröffentlichung unseres Beitrags Desastrous wrong Jupiter decision hat er diesen Beitrag unseres Kollegen in der betriebsinternen „Red Line“ beantwortet. Vorher hielt unser CEO das Monate lang nicht für notwendig.

Weihnachtsfeiern während JUPITER

Wahrscheinlich wird es in einigen Betrieben wieder von der Betriebsleitung veranstaltete Weihnachtsfeiern geben. Wir halten das für unsensibel und rücksichtslos gegenüber den Kolleginnen und Kollegen, die wegen JUPITER ihren Arbeitsplatz verloren haben.

Deshalb: Bitte zeigt euch solidarisch mit den Betroffenen von JUPITER und geht nicht zu diesen Weihnachtsfeiern!!

Lasst doch die Betriebsleitung mit ihren Betriebsräten allein feiern! Die haben schließlich auch allein JUPITER beschlossen und die Maßnahmen rücksichtslos gegenüber der Belegschaft durchgesetzt.